Kein Klassenkampf bei Diskussion um Weltkulturerbe!
Dresdner Elbtal ist auch ohne Unesco-Titel geschützt
24.06.2009
„Das Elbtal in Dresden ist auch ohne den Welterbetitel der
Unesco geschützt“. Sachsens Umweltminister Frank Kupfer
kann seine Kabinettskollegin Eva-Maria Stange beruhigen.
Die Kunstministerin hatte Befürchtungen geäußert, nach
einer möglichen Aberkennung des Titels werde das Elbtal in
Dresden reichen Investoren überlassen. „Solche Mutmaßungen
taugen vielleicht für den Klassenkampf, nicht aber als
Argumente in einer sachlich geführten Diskussion“. In
Wahrheit gehe es um einen ideologisch geführten Kampf gegen
Verkehrsprojekte, wie Dresden ihn auch beim Bau der A17
erlebt habe. „Auch die Autobahn wurde mit Scheinargumenten,
Halbwahrheiten und Lügen bekämpft, heute entlastet sie
Dresden vom Verkehr“.
Selbstverständlich müsse bei Bauprojekten das Für und Wider
der Eingriffe in Natur, Umwelt und Landschaft sorgfältig
abgewogen werden. „In Sachsen geschieht das auf der
Grundlage von Gesetzen, die von demokratisch gewählten
Parlamenten beschlossen wurden. Gegner der Bauvorhaben
können ihre Argumente vortragen und die Entscheidungen der
Behörden durch Gerichte überprüfen lassen. Das ist auch gut
so“, meint der Minister. Allerdings müssten rechtsstaatlich
zustande gekommene Entscheidungen auch akzeptiert werden.
„Nun wird jedoch mit den angeblich lauernden Investoren ein
weiterer Popanz aufgeblasen“, so Kupfer. Dabei sei ein Bau
in den Elbauen grundsätzlich ausgeschlossen. „Das hätte
Kollegin Stange mit einem kurzen Blick in das
Wasserhaushaltsgesetz des Bundes oder in das Sächsische
Wassergesetz herausfinden können“. Über die gesetzlichen
Regelungen hinaus habe die Landeshauptstadt Dresden
Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, dadurch werde eine
Bebauung der Elbauen ebenfalls verhindert. Der Titel
"Weltkulturerbe", der durch die Unesco verliehen wurde,
biete dagegen keine rechtliche Grundlage, um Bauprojekte
einzuschränken oder zu verhindern. |