Möglicher Tunnel am Dresdner Waldschlößchen bis 2012
ist Utopie
Aussprache mit TU-Professoren nach der Fachklausur
„Elbtunnel Dresden"
17.03.2008
Am 13. März 2008 fand mit den Urhebern der irritierenden
Presseerklärung in Rahmen der Fachklausur „Elbtunnel
Dresden" eine Aussprache statt. Teilnehmer waren die
TU-Professoren Wolfram Jäger (Dekan Fakultät Architektur)
und Rainer Schach (Dekan Fakultät Bauingenieurwesen),
Vertreter des Büros BUNG aus Heidelberg, des
Regierungspräsidiums und der Landeshauptstadt Dresden.
Dabei konnte die überwiegende Zahl falscher und strittiger
Äußerungen geklärt werden:
Die Feststellung der Stadt wurde bestätigt, dass eine
Vorplanung für einen Tunnel nicht existiert. Herrn Prof.
Dr. Jäger und Herrn Prof. Dr. Schach wurden der
umfangreiche Inhalt und der zum Teil wiederholende Ablauf
einer Vorplanung mit dem damit verbundenen Kostenaufwand
detailliert erläutert.
Auch die Meinung, die Machbarkeitsstudie von EIBS aus dem
Jahr 2003 sei mit dem heute geltenden Vorschriften
realisierbar, kann ohne weitere Einschränkungen nicht
aufrecht erhalten werden. Es gibt bisher weder Planungen
noch Gutachten in der erforderlichen Tiefe, auch keine
Planfeststellung zur Bestätigung der Planungen.
Wie bisher wird die grundsätzliche, zumindest technische
Machbarkeit eines Tunnels nicht infrage gestellt. Die
Behauptung, ein Tunnel sei mit vertretbaren Kosten in
angemessener Zeit realisierbar, wurde gemeinsam
relativiert. Die Mehrkosten für einen Tunnel müssen heute
auf etwa 60 bis 67 Millionen Euro geschätzt werden. Die
Bauaufträge für beide Planungsabschnitte des Verkehrszuges
müssten gekündigt werden.
Die im Schreiben an den amtierenden Dresdner
Oberbürgermeister Dr. Lutz Vogel angegebene Summe von 4 bis
6 Millionen Euro für zu zahlende Vergütungen, abzüglich
ersparter Aufwendungen beim Bau eines Tunnels, kann nicht
aufrecht erhalten werden. Die behauptete, mögliche
Tunnelfertigstellung bis 2012 ist Utopie. Die notwendigen
Abläufe, die umfangreichen Planungen und die
Ausschreibungsnotwendigkeiten für den öffentlichen
Auftraggeber wurden in diesem Zusammenhang erläutert. Es
bestand schließlich Einvernehmen, dass im besten Falle und
bei durchweg positiven Ergebnissen der vielfältigen
Gutachten und des neuen Planfeststellungsverfahrens,
frühestens 2012/2013 ein Baubeginn und eventuell 2015 eine
Fertigstellung erhofft werden könnten.
Eine Zusicherung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau
und Stadtentwicklung zur Übernahme der Mehrkosten einer
Tunnellösung konnte bisher nicht gefunden werden. Die
beiden Professoren wollen ein Schreiben, das Anlass zu
dieser Aussage gewesen sein könnte, vorlegen. |