UNESCO kannte die Brücke vor Titelverleihung genau
01.07.2008
Zur bevorstehenden Entscheidung des UNESCO-Welterbekomitees
über den Dresdner Welterbetitel am kommenden Donnerstag
erklärt der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Jan MÜCKE:
Die UNESCO war über Lage und Gestalt der
Waldschlößchenbrücke schon vor der Titelverleihung genau
informiert. Vom 12. bis 16. September 2003 überprüfte der
Gutachter des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS),
der finnische Architekt Yukka Yokilehto, im Auftrag der
UNESCO den Antrag der Landeshauptstadt Dresden unmittelbar
vor Ort. Dabei wurde das Thema Brücke offen angesprochen,
der vorgesehene Standort besucht und Lage und Gestalt der
Brücke bei mehreren Ortsterminen ausführlich diskutiert.
Das Ergebnis der Begutachtung lautete: "Sie ist schlank
ausgebildet und liegt tief, um die massive Wirkung in der
Landschaft zu reduzieren".
Das angebliche Missverständnis im Ergebnisbericht der
ICOMOS-Gutachter bezüglich der genauen Lage der Brücke
(„down the river“) ist offensichtlich nur vorgeschoben um
die Kehrtwende der UNESCO im Nachhinein zu begründen. Ilse
Friedrich, eine der drei ICOMOS-Gutachterinnen von 2003,
erklärte 2007 in Dresden:
„Die Antragsunterlagen zum Dresdner Elbtal habe ich damals
unmittelbar aus Paris erhalten (…). Mein Gutachten habe ich
ohne Hinzuziehung von Personen – also ohne Dresdner
Beeinflussung – völlig selbständig und unabhängig erstellt
und Anfang Dezem-ber 2003 nach Paris gesandt. Zur Verfügung
standen mir der umfangreiche schriftliche Teil der
Antragsunterlagen sowie ausgezeichnetes Kartenmaterial.
Ausdrücklich möchte ich hier betonen, dass auch der
beabsichtigte Bau der Waldschlößchenbrücke – entgegen
anders lautenden Kommentaren in den Medien und der
Öffentlichkeit – nicht verschwiegen wurde … [D]ie
Waldschlößchenbrücke war für mich Bestandteil des
Antrages.“
Da Frau Friedrich ihre Unterlagen aus Paris erhalten hatte,
waren sie folgerichtig auch Herrn Bandarin und Herrn
Yokilehto bekannt.
Die 180° - Wende der UNESCO ist nicht nachzuvollziehen und
der Bürgerentscheid zu respektieren. Daher halte ich es in
der Frage wie Bundeskanzlerin Merkel, die am 25. Juni in
Dresden sagte, dass Dresden zwar Weltkulturerbe sei,
Demokratie aber „natürlich Vorrang haben“ müsse. |