Neue Umfrage zur Akzeptanz eines Elbtunnels
Mücke: „Brückengegner betreiben Strategie der gezielten
Desinformation!“
(Dresden/22.08.2008) Die Gegner der im Bau befindlichen
Dresdner Waldschlößchenbrücke haben eine neue Umfrage zur
angeblichen Akzeptanz eines Elbtunnels als Alternative zur
Waldschlößchenbrücke vorgelegt. Demnach würde eine Mehrheit
von 54 % der Dresdnerinnen und Dresdner den Bau eines
Tunnels unter der Bedingung akzeptieren, dass der Bund die
Mehrkosten übernimmt und ein Tunnel technisch realisierbar
sei.
Dazu erklärt die FDP-Fraktion:
„Fest steht, wer den Tunnel ernsthaft in Erwägung zieht,
sollte lieber schon mal für ein Boot sparen. Denn die
Gegner der Waldschlößchenbrücke setzen mit dieser Umfrage
ihre bisherige Strategie der gezielten Desinformation fort.
Bereits die Fragestellung ignoriert die Realitäten völlig.
So wird bewusst verschwiegen, dass in den gesamten
Verkehrszug Waldschlößchenbrücke mittlerweile annähernd 40
Mio. EUR investiert worden sind und ein Tunnel schon wegen
der Lage der Tunneleinfahrten auf der Neustädter Seite
verkehrspolitischer Unsinn wäre.
Hinsichtlich der Mehrkosten eines Tunnels von geschätzten
100 Mio. EUR hatte der Bund die Übernahme bereits mehrfach
abgelehnt. Der von Herrn Tiefensee stets versprochene
Geldsegen erwies sich am Ende als reine Mogelpackung, da
die Mittel zur Städtebauförderung dem Freistaat Sachsen
ohnehin zustehen und deren Vergabe längst erfolgt ist. Die
Frage der Übernahme der Mehrkosten stellt sich somit
überhaupt nicht und ist pure Augenwischerei.
Die prinzipielle technische Realisierbarkeit eines Tunnels
stand ohnehin nie in Frage und geht damit völlig am Thema
vorbei.
Verschwiegen wird bei der Umfrage ferner, wer eigentlich
die immensen Kosten für den Rückbau der bereits fertig
gestellten Teile des Verkehrszuges und den Schadenersatz an
die ausführenden Baufirmen in zweistelliger Millionenhöhe
tragen soll. Ganz bewusst verzichtet man bei der
Fragestellung auch auf den Hinweis, dass die jährlichen
Mehrkosten für Wartung und Betrieb eines Tunnels annähernd
600.000 EUR betragen würden.
Darüber hinaus ist es völlig fraglich, ob ein Tunnel wegen
der enormen Beeinträchtigung des Natur- und
Landschaftsraumes des Dresdner Elbtales überhaupt
genehmigungsfähig wäre, da die Elbe während der
Baumaßnahmen großräumig umgeleitet werden müsste und die
Elbauen dadurch langfristig zerstört würden. Dies würde im
Übrigen auch das Welterbegebiet massiv in Mitleidenschaft
ziehen. Und selbst wenn ein Tunnel genehmigungsfähig sein
sollte, sind die Klagen der Naturschutzverbände und der
erklärten Gegner des Verkehrszuges, von denen nicht wenige
zurzeit vollmundig verkünden, sie seien für den Tunnel,
vorprogrammiert. Die Rechtssicherheit, die wir jetzt bei
der Brücke haben, wird es nie wieder geben.“
Doch Mücke ist sich sicher: „Die Dresdner haben sich bisher
keinen Sand in die Augen streuen lassen; sie werden dies
auch künftig nicht tun!“
Thomas Felsner
Fraktionsgeschäftsführer
Landeshauptstadt Dresden
FDP-Fraktion im Stadtrat |