Bürgerinitiative PRO Waldschlößchenbrücke
Zur "Genehmigung" der Brücke über den Rhein durch die
UNESCO
10.08.2010
Wir freuen uns, dass der Welterbetitel durch die
Rheinbrücke im Blickfeld der Loreley nicht entzogen wird.
Mal sehen, wie lange das hält; dem Vernehmen nach sind die
Grünen in Rheinland-Pfalz ja alles andere als glücklich mit dieser
Entscheidung. Gleichzeitig ist genau dieser Umstand ein
Beleg dafür, dass die UNESCO sich geändert hat. Sie hört
nicht mehr nur auf durch nichts legitimierte, selbst
ernannte Gutmenschen, denen es um nichts anderes als um das
Durchsetzen ihres eigenen Willens geht, koste es, was es
wolle. Das hat die UNESCO offensichtlich erkannt. Nichts
fürchtet die UNESCO mehr, als dass es ein zweites Dresdner
Elbtal gibt; sie verhält sich daher - jetzt - klug. Auch
hierüber freuen wir uns.
Im Übrigen lohnt sich ein Blick nach Bordeaux. Dort ist im
Welterbegebiet eine Brücke gebaut worden und was für eine -
auch dort sind Brückengegner dagegen bei der UNESCO
vorstellig geworden. Der Bürgermeister von Bordeaux heißt
Juppé, ehemaliger französischer Ministerpräsident mit besten
Kontakten zu der französischen Vertretung bei der UNESCO.
Preisfrage: Ist die Brücke in Bordeaux welterbeverträglich
oder nicht. Natürlich ist sie es.
Des Weiteren kann man sich nur verwundert die Augen reiben,
wenn der Stadt und dem Freistaat Sachsen mangelnde
Kommunikation vorgeworfen wird. Wie war es denn? Im Rahmen
des Verfahrens zur Aufnahme des Dresdner Elbtals in die
Liste der Welterbestätte ist der für die Erstellung der
Fachexpertise zuständigen Organisation der UNESCO - ICOMOS
- in Person des von dieser entsandten Gutachters Dr.
Jocilehto ausführlich unter anderem an dem Platz, wo die
Waldschlößchenbrücke gebaut wird, dargestellt worden. Nur
weil ICOMOS die Vereinbarkeit von Waldschlößchenbrücke und
Welterbewürdigkeit seinerzeit festgestellt hat, ist
überhaupt der Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste vom
Dresdner Stadtrat gestellt worden - das war das wichtigste
Kriterium. Bei der Brücke über den Rhein ist es genau
anders herum; hier war bei der Aufnahme des Gebiets um die
Loreley dem Vernehmen nach von dem Bau einer Brücke keine
Rede.
Zu einem Problem ist die Sache erst geworden, weil nach dem
erfolgreichen Bürgerentscheid die Verlierer, die
Brückengegner, sich mit dieser Entscheidung nicht abfinden
wollten und es geschafft haben, die UNESCO zu einer
Änderung ihrer Ansicht zu bewegen - worüber die UNESCO, wie
man hört, und wie sich an den obengenannten Beispielen
zeigt, heute alles andere als glücklich ist.
Dr. Brauns
Sprecher der Bürgerinitiative |