Post aus Luxemburg
30.07.2009
Sehr geehrte Damen und Herren,
Als 59jähr. dipl. Bauingenieur hatte ich 2008 die
Gelegenheit im Rahmen einer Exkursioun u. a. auch die
Baustelle der Waldschlösschenbrücke zu besichtigen.
Aufgrund von Pressemitteilungen, die auch bis nach
Luxemburg vorgedrungen waren, war ich auf eine
Innerstadtautobahn mitten durch die Altstadt mit
Elbe-Brücke gefasst. So jedenfalls kamen die Meldungen
herüber.
Deshalb war ich nicht wenig erstaunt festzustellen, dass
die Brücke auf der grünen Wiese weit neben der Stadt liegt.
Das durchaus reizvoll geschwungene Brückenbauwerk verdeckt
die Silhuette der Altstadt Dresden höchstens an einer
Stelle. Dafür muss man aber in der Wiese, im Rüben- oder
Kartoffelfeld (so genau weiss ich das nicht mehr) stehen,
fernab der bestehenden Verkehrsstrassen. Deshalb frage ich
mich ersthaft, ob die "Entscheidungsfäller" der UNESCO
überhaupt jemals dort waren.
Eine andere Frage drängt sich mir auf: Hat unsere
Generation nicht auch das Recht, sinnvolle, dazu auch
schöne Bauwerke zu errichten, oder verstehen wir uns nur
als Museumswächter? Gilt es nicht harmonische Eintracht
zwischen Alt und Neu zu schaffen. Auch eine Landschaft kann
durch eine sinnvolle Brücke nicht nur verlieren, sondern
auch gewinnen. Für die meisten Brücken trifft das zu.
Obschon ich mich in Luxemburg für den unterirdischen
Eisenbahnanschluss der verschiedenen Stadtzentren einsetze
(www.busbunn.net),
halte ich eine Tunnellösung für eine Elbunterquerung an
dieser Stelle für völlig unangebracht und aufgrund der
dadurch zu erwartenden Kosten nicht für gerechtfertigt.
Lassen Sie sich nicht durch Ideologen mit Scheuklappen
beirren! (Die gibt es auch in Luxemburg)
Mit besten Grüssen
georges schummer
L-5370 Schuttrange
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