Aktuelles
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Die Waldschlösschenbrücke muss gebaut werden
Dr. Arne Kolbmüller,
Präsident der Ingenieurkammer Sachsen, zur Entscheidung
der UNESCO:
Trotz der Entscheidung der UNESCO, Dresden auf die
„Rote Liste“ zu setzen, muss die mit überzeugender
Mehrheit der Dresdner Bürger getroffene Entscheidung
für den Bau der Waldschlösschenbrücke jetzt umgesetzt
werden.
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Der Bau der Waldschlösschen-Brücke ist aus
wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Gründen notwendig.
Dresden ist eine dynamisch wachsende Stadt. Diesem Anspruch
muss sie sich stellen. Die Entwicklungsräume beidseits der
Elbe brauchen die infrastrukturelle Vernetzung, um als
urbaner Organismus zu funktionieren. Seit 1860 sehen die
Stadtplanungen für Dresden eine Elbquerung in Höhe des
Waldschlösschens vor. Planung und Ausbau der Straßenzüge
sind in diesem Gebiet bisher genau auf diesen Punkt
fokussiert, die Verbindung zwischen Stauffenbergallee und
Fetscherstraße. Die Industriestandorte im Norden erhalten
damit eine direkte Anbindung an die traditionellen
Wohngebiete im Süden.
In den zurückliegenden 15 Jahren hat sich das
Verkehrsaufkommen fast verdreifacht. Für die zukünftige
Verkehrssituation in Dresden hat die
Waldschlösschen-Elbquerung deshalb grundlegende Bedeutung.
Zwischen Albertbrücke und Loschwitzer Elbbrücke (Blaues
Wunder) gibt es derzeit innerhalb des Stadtgebiets auf ca.
4,5 km Länge keine Elbquerung für den Fahrverkehr und das
heißt, der Dresdner Osten ist eine „geteilte“ Stadt. Bei
Ausfall des Blauen Wunders liegt die nächste Elbbrücke, die
Sachsenbrücke in Pirna, von der Albertbrücke stromaufwärts
in ca. 18,5 km Entfernung. Stau auf den Hauptwegen und
Schleichverkehr durch Wohngebiete sind bereits jetzt die
Folgen. Insbesondere für den nachhaltigen Bestand des
Blauen Wunders ist dringend Entlastung geboten. Die aus
bautechnischer Sicht notwendigen umfassenden Sanierungen
der vorhandenen Elbbrücken (Albertbrücke, Augustusbrücke)
lassen sich nur verkehrstechnisch verträglich abfedern,
wenn es eine neue Elbquerung am Standort Waldschlösschen
gibt.
Brücken sind Lebensadern für eine Stadt und nicht a priori
ein Makel in der Landschaft. Wo sie gebraucht werden, haben
sie ihre Daseinsberechtigung. Dabei stellt das Gelingen
einer optimalen Einpassung in das Umfeld eine berechtigte
Forderung dar. Dieser Forderung wurde bei der
Waldschlösschenbrücke Rechnung getragen. Der Planungs- und
Genehmigungsprozess ist unter sorgfältiger Beachtung aller
planungsrelevanten Belange verantwortungsvoll entwickelt
worden. Die Stadt ist diesbezüglich zu Unrecht viel
gescholten worden, hat sie doch den Hütern von Gestaltung,
Baukunst und Ästhetik umfangreiche Mitwirkungsmöglichkeiten
eingeräumt. Im Ergebnis eines internationalen Architektur-
und Ingenieurwettbewerbes wurden gerade die Stadtbild
prägenden Aspekte berücksichtigt und umgesetzt.
Auch der Entscheidung, das Dresdner Elbtal zum
UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären, ging ein umfangreicher
fachmännischer Bewertungsprozess voraus, der historische
Substanz und Wirkung von Kulturdenkmälern auch mit
künftigen städtischen Entwicklungsperspektiven sorgfältig
abgewogen hat. Der UNESCO war der geplante Brückenbau an
diesem Standort bekannt, bevor sie dem Dresdner Elbtal den
Weltkulturerbe-Status zuerkannte. Insofern ist die jetzt
getroffene Entscheidung nicht nachvollziehbar.
Der Dresdner Stadtrat sollte jetzt den dokumentierten
Willen der Mehrheit der Dresdner Bürger verantwortungsvoll
umsetzen. Parallel dazu ist es notwendig, die
Argumentationskette der Dresdner Entscheidung „Pro
Waldschlösschenbrücke“ nachvollziehbarer und schlüssiger zu
präsentieren, um so der UNESCO die Möglichkeit zu bieten,
ihre Entscheidung zu überprüfen. |