Häufige Fragen
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Dr. Hans-Joachim
Brauns
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Was wird nicht alles behauptet und geschrieben, um den
Bau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke doch noch
verhindern zu können?
Was taugen die Argumente und Behauptungen der Brückengegner
wirklich? Was steckt dahinter?
Wir geben Ihnen Antworten.
Lassen Sie sich nicht beirren, stimmen Sie am 27. Februar
mit JA.
Ist die Brücke nicht zu teuer?
Die Kosten sind für eine solches Vorhaben nicht zu
teuer, denn sie betragen für den gesamten Verkehrszug knapp
157 Mio. € (lt. Antwort der Stadt auf Anfrage von Dr.
Böhme-Korn am 13.12.04). In diesen Kosten sind neben der
Brücke die Anbindungen, die Tunnel, die Straßensanierungen
(z.B. Stauffenbergallee, Bautzner Str., Radeberger Str.,
Fischhausstr., Fetscherstr., Pfotenhauer Str.) und
Umweltvorsorge enthalten. Die Brücke alleine würde 37,5
Mio. € kosten.
Die Stadt muss die Kosten nicht allein tragen, denn für den
Verkehrszug sind 96 Mio. € Fördermittel fest zugesagt, 15
Mio. € zahlen DREWAG, DVB und Dritte. Für die Sanierung der
Stauffenbergallee und der Planungsleistungen wurden bereits
22,6 Mio. € ausgegeben. Die oben genannten Straßen werden
beim Bau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke saniert.
Bei den Vergleichen mit den Kosten für die Brückenbauten in
Pirna, Meissen, Riesa oder Torgau wird nie die Gesamtsumme
einschließlich der notwendigen weiteren Bauwerke im Umfeld
dieser Brücken genannt. In Pirna ist das der Bau der
Ortsumgehung, in Meissen der Bau des Tunnels für die B101,
in Riesa die Umverlegung der B169 und in Torgau die
Baumaßnahmen an der B84. Ohne diese Maßnahmen wären diese
Brücken nicht an das vorhandene Straßennetz angebunden.
Vergleichen Sie also diese Brücken mit dem Verkehrszug
Waldschlößchenbrücke, so müssen die Kosten für die weiteren
Bauten ebenfalls hinzugezählt werden.
Kostet die Brücke im Jahr mehr Unterhalt als alle
anderen zusammen?
Nein.
Ist es richtig, dass die Brücke die teuerste
Stadtbrücke Deutschlands wird?
Nein, denn man muss bei den Kosten den gesamten
Verkehrszug betrachten, und das ist eben nicht nur die
Brücke (s.o.).
Muss wegen dem Bau der Brücke im sozialen Bereich,
bei Bildung, Kunst und Sport gekürzt werden?
Nein, denn der Verkehrszug wird aus dem
Vermögenshaushalt finanziert. Hier befinden sich die Gelder
für die Investitionen. Das Geld für Soziales, Bildung,
Kunst und Sport hingegen steckt im Verwaltungshaushalt, so
zu sagen im Haushalt für laufende zu bezahlende Aufgaben.
Es kann also in diesen Bereichen gar keine Kürzungen wegen
des Baus des Verkehrszuges Waldschlösschenbrücke geben.
Stimmt es, dass wegen der Brücke die Verkehrsbetriebe
ab 2006 keinen Zuschuss mehr bekommen sollen?
Nein, die Verkehrsbetriebe sollen im Rahmen des noch zu
beschließenden Haushaltskonsolidierungskonzeptes ab 2006
keine Zuschüsse mehr von der Stadt erhalten. (Die Gewinne
der DREWAG fließen natürlich anteilig weiter an die DVB.)
Die Senkung des Zuschusses hängt also nicht mit dem Bau des
Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke zusammen. Sie soll auch
dann ergriffen werden, wenn der Verkehrszug nicht gebaut
werden würde.
Wegen der Brücke wird doch das Dynamostadion nicht
saniert und mit der Eishalle wird es doch auch nichts?
Für den Bau der Eishalle sind Eigenmittel der Stadt im
Haushalt eingeplant. Die momentanen Verzögerungen liegen an
Unstimmigkeiten bezüglich der Einhaltung der geplanten
Gesamtkosten für den Eishallenneubau durch das
Architekturbüro, das den Gestaltungswettbewerb gewann. Dass
nun der damals zugesagte Gesamtkostenrahmen nicht mehr
eingehalten werden kann, hat mit dem Verkehrszug
Waldschlößchenbrücke nichts zu tun.
Das Dynamostadion wurde im letzten Jahr zweitligatauglich
saniert, um die Auflagen des DFB zu erfüllen. Wenn Dynamo
in der 2. Liga bleibt, wird es auch weitere
Sanierungsarbeiten geben. Bezüglich eines Stadionneubaus
hat der Stadtrat beschlossen, dass dies unabhängig vom
Standort komplett privat finanziert werden soll. Ein neues
Stadion kostet ca. 45 Mio. €. Das ist viel mehr als der
Eigenmittelanteil der Stadt zum gesamten Verkehrszug
Waldschlößchenbrücke, und für einen Stadionneubau gibt es
auch keine Fördermittel.
Gibt es wesentlich preiswertere und wirkungsvollere
Alternativen als die Waldschlösschenbrücke?
Nein, der Verkehrszug Waldschlößchenbrücke ist aus
verkehrlicher Sicht die wirkungsvollste Lösung für eine
Elbquerung zwischen dem Stadtzentrum und dem Blauen Wunder.
Das hat auch die Genehmigungsbehörde mit der Erteilung des
Planfeststellungsbeschlusses bestätigt. Andere
Alternativen, wie z.B. die 3. Marienbrücke, bedienen ganz
andere Verkehrsbeziehungen. Eine Brücke am
Thomas-Müntzer-Platz erzielt wiederum nicht die gewünschten
verkehrlichen Wirkungen, da sie sich nicht so gut in das
bestehende Straßennetz einfügt. Auf der Neustädter Seite
würde diese Brücke genau auf das Diakonissenkrankenhaus
treffen, was zu weiteren Problemen führen würde.
Wäre es nicht besser mit dem Geld der Brücke Schulen
und Kitas zu sanieren und Kultur zu finanzieren?
Dafür könnte höchstens der Eigenteil der Stadt
herangezogen werden, was z.B. für eine Schulsanierung pro
Jahr ausreichen würde. Damit würden die Probleme im Bereich
der Schulsanierung keineswegs gelöst, aber die Stadt würde
auf 96 Mio. € Fördermittel verzichten. Der Bau der
Waldschlösschenbrücke wäre in den nächsten Jahrzehnten
unmöglich, da die Stadt zukünftig weniger Fördermittel für
derartige Maßnahmen erhält.
Kunst und Kultur können mit dem Geld sowieso nicht
finanziert werden, da der Verkehrszug Waldschlösschenbrücke
aus dem Vermögenshaushalt und Kunst und Kultur aus dem
Verwaltungshaushalt finanziert werden.
Sollte Dresden nicht lieber auf ein
Mehrbrückenkonzept setzen?
Das Mehrbrückenkonzept wurde in einem Workshop aus
Fachleuten der Stadt, des Regierungspräsidiums und
Planungsbüros im Jahr 1996 verworfen.
Für den Verkehrszug Waldschlösschenbrücke sprechen die
guten Anbindungsmöglichkeiten an das vorhandene
leistungsfähige Hauptstraßennetz (Stauffenbergallee,
Bautzner Straße, Fetscherstraße) und eine direkte
Verbindung vom Dresdner Osten zum Dresdner Norden.
Bei anderen Brückenvarianten östlich des Stadtzentrums gibt
es auch Probleme mit der Anbindung an das Straßennetz, z.B.
bei einer Brücke am Thomas-Müntzer-Platz mit der Diakonie.
Wie sieht es mit dem Förderbescheid des Freistaates
Sachsen aus, 96 Mio EUR sind doch nur 61 % der Kosten?
Die 96 Mio. € beziehen sich auf den Teil der
förderfähigen Kosten, und da entsprechen sie 90% (75% aus
dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz GVFG und 15%
Zuschuss vom Freistaat) der Kosten. Dazu kommen dann noch
15 Mio. € von der DREWAG, der DVB und Dritten,
Planungskosten und Grunderwerbskosten, die nicht
förderfähig sind und deshalb abgerechnet werden müssen.
Schafft die Waldschlösschenbrücke Arbeitsplätze?
Ja, denn durch den Verkehrszug Waldschlößchenbrücke
verbessern sich die infrastrukturellen Voraussetzungen der
Stadt Dresden, was für die Industrie, Handel und Gewerbe
sowie für potenzielle Investoren ein wichtiger
Standortfaktor ist. Außerdem werden während des Baus viele
Arbeitsplätze in der Baubranche gesichert.
Wird die Brücke von einheimischen Firmen gebaut?
Es kann nicht einfach festgelegt werden, welche Firma
den Auftrag bekommen soll, schließlich muss der Auftrag
sauber vergeben werden – wer will schon Vetternwirtschaft.
Der Bau des Verkehrszuges muss europaweit ausgeschrieben
werden. Dann entscheidet das beste Angebot über die
Auftragsvergabe. Nach unseren Erfahrungen sind natürlich
einheimische Firmen in einer guten Position, denn sie sind
vor Ort und haben die kürzesten Wege (siehe Vergabebericht
der LHD). Selbst wenn der Auftrag nicht an eine
einheimische Firma gehen sollte, werden viele einheimische
Firmen als Subunternehmer an den Arbeiten beteiligt sein.
Dies sichert ebenfalls Arbeitsplätze in der Region.
Löst der Brückenbau Verkehrsprobleme?
Durch eine erheblich bessere Verteilung der der
Verkehrsströme werden sehr viele Staufallen entlastet
(Carolabrücke, Albertbrücke, Sachsenplatz, Bautzner Straße,
Albertstraße, Königsbrücker Straße) und somit werden
vorhandene Verkehrsprobleme vermindert. Der Verkehrszug
Waldschlösschenbrücke kann aber nicht alle Verkehrsprobleme
in Dresden auflösen.
Holen wir mit der Brücke mehr Verkehr in unsere
Stadt?
Nein. Punktuell kommt es zwar zu Verkehrszunahmen, wie
z.B. auf der St. Petersburger Straße. Gesamtstädtisch
betrachtet überwiegen die verkehrsentlastenden Wirkungen,
die der Verkehrszug bringt. So werden sämtliche vorhanden
Elbbrücken und ihre Brückenköpfe teilweise erheblich
entlastet. Auch beim überwiegenden Teil der
Hauptverkehrsstraßen wird es zu Verkehrsentlastungen
kommen.
Kommt es zu einer Verkehrszunahme in der Innenstadt?
Eine Verkehrszunahme wird im Wesentlichen nur auf der
St. Petersburger Straße prognostiziert (von 56.000 auf
58.500 Kfz/ 24h). Viele andere Straßen werden tatsächlich
entlastet: Könneritzstraße (-1.000), Ammonstraße (-2.000),
Terrassenufer (-1.500), Hainstraße (-4.500), Albertstraße
(-5.500), Königsbrücker Straße (-6.000), Bautzner Straße
(-5.000), Große Meißner Straße (-3.000) oder auch die
Schillerstraße im Dresdner Osten (-3.000).
Sämtliche vorhandenen Brücken werden entlastet:
Albertbrücke (-12.500), Carolabrücke (-7.500), Blaues
Wunder (-3.500), Augustusbrücke (-2.000), Marienbrücke
(-1.500).
Kommt es zu einer Verkehrszunahme am Schillerplatz?
Am Schillerplatz kommt es zu einer Verkehrszunahme um
500 Kfz/ 24h, jedoch ausschließlich in Ost-West-Richtung.
Durch die Entlastung des Blauen Wunders (-3.500 Kfz/ 24h)
lassen sich die Verkehrsströme aber auch besser regeln
(mehr Grünzeit für die Ost-West-Richtung an der Ampel
Schillerplatz).
Warum erhöht sich die Zahl der Elbquerungen, wenn die
Brücke angeblich zu einer Verkehrsentlastung führt?
Durch den Bau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke
kommt es insgesamt zu ca. 17.000 Elbquerungen mehr pro Tag
als ohne den Verkehrszug. Das sind jedoch nicht alles
wirklich neue Fahrten. So verändern sich durch den Bau des
Verkehrszuges bestimmte Wegebziehungen, so dass Fahrten,
die bisher nur auf einer Elbseite durchgeführt wurden nun
über die Elbe erfolgen.
Durch den Verkehrszug werden die Stadtteile östlich des
Stadtzentrums besser miteinander verbunden, das
Verkehrsnetz wird attraktiver und deshalb verändern sich
auch die Wegebeziehungen. Die Erhöhung der Anzahl der
Elbquerungen ist eine Folge dieser Verlagerungseffekte.
Trotz dieser höheren Anzahl der Elbquerungen kommt es
insgesamt zu einer Verkehrsentlastung, da sich die
Verkehrsströme gleichmäßiger verteilen und Staufallen
entlastet werden.
Warum erhöht sich die Fahrleistung insgesamt im
Vergleich der Planfälle mit und ohne Waldschlößchenbrücke.
Durch den Bau des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke
verändern sich einerseits die Wegebziehungen, andererseits
kommt es auch zu einer Verkehrszunahme durch den Bau an
sich. Dieser Effekt wird als induzierter Verkehr
bezeichnet. Induzierter Verkehr entsteht in dem Moment, in
dem ein neues Verkehrsangebot existiert. Das ist durch den
Bau des Verkehrszuges gegeben. Es kommt zu Veränderungen im
Umfeld des Verkehrszuges und es werden durch
Neuansiedlungen auch neue Quell- und Zielverkehrspunkte
entstehen. Somit werden bisher nicht vorhandene
Mobilitätsbedürfnisse bedient. Im Zusammenhang mit den
veränderten Wegebeziehungen kommt es dadurch insgesamt zu
einer Erhöhung der Fahrleistung. Allerdings verringert sich
insgesamt die Fahrzeit, weil die Fahrzeuge durch die
bessere Verteilung der Verkehrsströme weniger im Stau
stehen. Das führt insgesamt zu einer Umweltentlastung.
Wird die Brücke eine Abkürzungsstrecke für den
Autobahnverkehr, so zu sagen eine Autobahn durch die Stadt?
Das ist nicht zu befürchten, denn es widerspricht allen
uns bekannten praktischen Verhaltensweisen! Die Strecke
zwischen den Anschlussstellen Dresden-Hellerau und
Dresden-Prohlis ist durch die Stadt über die WSB zwar 11 km
kürzer als auf der Autobahn, dafür benötigt man aber eine
um ca. 10 min längere Fahrzeit, u.a. weil 34
Ampelkreuzungen passiert werden müssen (z.B. am Kaufpark
Nickern, am Bahnhof Dresden-Dobritz, Karcherallee,
Stübelallee, Fetscherplatz, Stauffenberg-allee/Königsbrücker
Straße, Hansastraße/ Stauffenbergallee, etc.).
Durch die längere Fahrzeit entstehen höhere Kosten, als
durch die Abkürzung an LKW-Maut eingespart werden (auch
nachts, denn da sind die meisten Ampeln auf dieser Strecke
aus Verkehrssicherheitsgründen ebenfalls in Betrieb). Für
schwere LKW über 12 t fallen für eine Fahrt auf der
Autobahn zwischen den Anschlussstellen Dresden-Hellerau und
Dresden-Prohlis (ca. 27 km) 3,30 € Mautkosten an
(entspricht 12,4 ct/ km).
Die Wegweisung auf der Autobahn zu den Fernzielen Berlin
und Prag erfolgt nicht durch die Stadt, sondern immer über
die Autobahn A4/ A17.
Eigentlich wäre doch eine Tunnellösung besser, oder?
Nein, denn ein Tunnel ist weder für Fußgänger und
Radfahrer nutzbar und er ist teurer (nur ein Gutachten
besagt das Gegenteil). Zudem müssten dann größere
Steigungen, z.B. bei der Anbindung der Bautzner Straße,
überwunden werden. Dadurch würden längere Rampen
erforderlich. Weiterhin bestehen erhebliche Zweifel, ob der
Hochwasserschutz bei einer Tunnelvariante gewährleistet
ist.
Außerdem gelten der Planfeststellungsbeschluss und das
Baurecht nur für eine Waldschlösschenbrücke, nicht für
einen Elbtunnel am Waldschlösschen. Dafür wäre ein erneutes
jahrelanges und teures Planungs- und Genehmigungsverfahren
notwendig.
Ist es richtig, dass die Waldschlösschenbrücke gar
nicht gebraucht wird, weil der Verkehr nicht mehr zunimmt?
Alle Zukunftsszenarien sagen übereinstimmend ein
steigendes Verkehrsaufkommen, vor allem im
Wirtschaftsverkehr, voraus. Der Verkehrszug
Waldschlösschenbrücke wird deshalb zur Bewältigung dieses
höheren Verkehrsaufkommens und zur Entlastung des Blauen
Wunders sowie des vorhandenen Verkehrsnetzes benötigt.
Außerdem steigt die Bevölkerungszahl wieder, worüber wir
uns sehr freuen.
Sind die gemachten Verkehrsprognosen richtig?
Die Verkehrsprognosen beruhen auf den Infrastrukturdaten
der Stadt Dresden wie z.B. Einwohnerzahl und Anzahl und
örtliche Lage der Arbeitsplätze im Jahr 2015. Dresden ist
nach wie vor eine wachsende und eine sich wirtschaftlich
positiv entwickelnde Stadt. Daher sind die Prognosen
realistisch. Die WSB wird vor allem dazu benötigt, das
Dresdner Verkehrsnetz leistungsfähig zu gestalten und im
Bereich zwischen Albertbrücke und Blauem Wunder
herzustellen.
Im Grunde wäre doch eine 3. Marienbrücke besser als
die Waldschlösschenbrücke?
Die 3. Marienbrücke liegt westlich des Stadtzentrums,
damit würden ganz andere Verkehrsbeziehungen bedient.
Deshalb kann die die 3. Marienbrücke die WSB nicht
ersetzen.
Die Entlastung der anderen Brücken würde insgesamt bei
26.000 Fahrzeugen täglich liegen (WSB: 28.000).
Der Verkehr aus dem Dresdner Osten in den Dresdner Norden
würde nicht entlastet. Die 3. Marienbrücke kann die
Netzfunktion der WSB nicht erfüllen.
Wie entwickelt sich der Verkehr auf der
Fetscherstraße und nimmt die Wohnqualität in der
Johannstadt ab?
Der Verkehr auf der Fetscherstraße nimmt zu, aber die
Fetscherstraße ist heute bereits eine Hauptverkehrsstraße,
und mit den vorgesehenen Sanierungs- und
Lärmschutzmaßnahmen werden die negativen Auswirkungen für
die Anlieger minimiert.
Für andere Straßen in der Johannstadt sind durch den Bau
der WSB keine zusätzlichen Verkehrsbelastungen zu erwarten.
Es gibt auch Straßen, die durch den Verkehrszug
Waldschlösschenbrücke entlastet werden: z.B. Blasewitzer
Straße (bis zu 4.000 Kfz/ 24h weniger) und Pillnitzer
Straße (bis zu 5.000 Kfz/ 24h weniger).
Ist die Wormser- und die Spenerstraße Bestandteil des
Verkehrzuges Waldschlößchenbrücke und was wird mit dem
Verkehr dort?
Die Wormser Straße und die Spenerstraße sind nicht
Bestandteil der Baumaßnahme Verkehrszug
Waldschlösschenbrücke. Die Brückenbefürworter wollen durch
verkehrliche und verkehrsorganisatorische Maßnahmen eine
Verkehrszunahme in der Wormser Straße verhindern. Sie sind
weiterhin gegen einen Lückenschluss der Spenerstraße
zwischen Borsbergstraße und Wormser Straße, um damit die
Verkehrszunahme auf der Spenerstraße auszuschließen.
Wird die Brücke wirklich gebraucht, denn vom Dresdner
Osten in den Dresdner Norden fahren gar nicht so viele… ?
Aus den Verkehrsprognosen für 2015 geht hervor, dass der
größte Teil der Fahrten auf der Altstädter Elbseite seine
Quellen und Ziele im direkten, südöstlichen Einzugsbereich
von Dresden hat. Auf der Neustädter Elbseite verläuft der
Hauptverkehrsstrom über die Stauffenbergallee (28.500 Kfz/
24h) und dann weiter über die Königsbrücker Straße bzw. die
Radeburger Straße (je 11.000 Kfz/ 24h).
Das bedeutet, dass sich knapp 2/3 der prognostizierten
47.500 Kfz der WSB aus der Verkehrsbeziehung Dresdner
Norden – Dresden Süd/ Ost ergeben.
Brauchen wir denn im Dresdner Osten eine neue Brücke
–das Blaue Wunder hält doch noch 30 Jahre?
… und dann? Insbesondere für das Blaue Wunder wird
langfristig eine leistungsfähige Alternative benötigt!
Weiterhin sind die ersten dieser vorausgesagten 30 Jahre
inzwischen auch schon wieder herum, die Zeit läuft also
bereits.
Außerdem darf das Blaue Wunder nicht mit Lkw befahren
werden, was zu erheblichen Umwegen und Zeitverlusten im
Wirtschaftsverkehr führt. Auch zur Entschärfung dieser
Situation wird der Verkehrszug Waldschlößchenbrücke
benötigt.
Welche Vorteile bringt denn die Brücke nun
eigentlich?
1. Verkehrsentlastung der vorhandenen Elbbrücken (um
insgesamt
28.000 Kfz/ 24h) und der Innenstadt, dadurch Verringerung von
Staus und Schadstoffemissionen (Umweltentlastung)
2. Verkehrsentlastung insbesondere auch des Blauen Wunders
(- 3.500 Kfz/ 24h) und der Schillerstraße (- 3.000 Kfz/ 24h)
3. Lückenschluss im Hauptstraßennetz im Dresdner Osten
(Verbindung Fetscherstraße – Bautzner Straße/
Stauffenbergallee)
4. Herstellung einer dringend benötigten und
leistungsfähigen
Elbquerung östlich des Stadtzentrums mit sehr guten
Anbindemöglichkeiten an das vorhandene Straßennetz
(Stauffenbergallee, Bautzner Straße, Fetscherstraße), besser
als
z.B. bei einer Brücke am Thomas-Müntzer-Platz
5. Aufrechterhaltung des Verkehrs im Dresdner Osten im
Havarie-
oder Hochwasserfall ist nur mit der WSB möglich
6. Schaffung einer direkten Verbindung von Dresden Nordwest
nach
Dresden Südost
7. Verbesserung der Verbindung beidseits die Elbe
flankierende
Stadtgebiete und Vermeidung von Umwegfahrten
Zerschneidet und verlärmt die Brücke unser schönstes
Erholungsgebiet an der breitesten Stelle?
Durch die Brücke werden die Eingriffe in das
Erholungsgebiet der Elbwiesen so gering wie möglich
gehalten. Das ist neben dem Hochwasserschutz u.a. auch ein
Grund dafür, dass die Brücke noch über die gesamten
Elbwiesen auf der Johannstädter Seite gebaut wird. Dadurch
kann man sich auf den Elbwiesen ungehindert unter der
Brücke hindurch bewegen.
Bringt die Brücke nicht vielen Bürgerinnen und
Bürgern große Belastungen?
Nein. Insgesamt führt der Verkehrszug
Waldschlößchenbrücke durch eine bessere Verteilung der
Verkehrsströme zu einer Verkehrs- und zu einer
Umweltentlastung. Die Infrastruktur der Stadt wird dadurch
zukunftsfähiger und der Wirtschaftsstandort Dresden
gestärkt.
Finanziell erhält die Stadt für den Bau des Verkehrszuges
96 Mio. € Fördermittel, die Eigenmittel sind im Haushalt
vorgesehen. Durch den Bau des Verkehrszuges kommt es weder
im sozialen noch im kulturellen Bereich zu Kürzungen, weil
diese Bereiche aus dem Verwaltungshaushalt finanziert
werden, der Bau des Verkehrszuges aber aus dem
Vermögenshaushalt.
Für die direkt durch den Bau des Verkehrszuges betroffenen
Anlieger sind umfangreiche Lärmschutz- und
Ausgleichsmaßnahmen vorgsehen, um die Belastungen so gering
wie möglich zu halten.
Ist es richtig, dass das Herzzentrum an der
Fetscherstraße massive Probleme durch den Bau der
Waldschlösschenbrücke bekommt?
Nein. Die Baugenehmigung für das Herzzentrum ist mit
Berücksichtigung des Ausbaus der Fetscherstraße erteilt
worden. Außerdem hat das Herzzentrum inzwischen seine
Einwände zurückgezogen.
Ist es denn richtig die Brücke zu bauen, wo doch das
Elbtal in Dresden zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde?
Der Beschluss, das Elbtal in Dresden zum
Unesco-Weltkulturerbe zu erklären, erfolgte ausdrücklich
unter Einbeziehung der Planungen zum Verkehrszug
Waldschlösschenbrücke! Die Planungen haben den Entscheid
nicht beeinträchtigt!
Schädigt die Brücke nicht unser schönes Elbtal?
Durch die gewählte schlanke, in der Brückenmitte
aufgelöste und damit lichtdurchlässige Konstruktion der
Brücke werden die Elbufer wenig verstellt, so dass die
vorhandenen Sichtbezüge erhalten bleiben. Diesem Anspruch
trägt ebenso die geringe Bauhöhe des Überbaus Rechnung.
Möglicherweise wird die Waldschlößchenbrücke ähnlich wie
das Blaue Wunder ja auch zu einer Bereicherung der
Stadtsilhouette. Beim Blauen Wunder gab es anfangs auch
Kritik in Bezug auf die Gestaltung, heute ist es eine
Touristenattraktion.
Aber warum muss denn die Brücke nun an der breitesten
Stelle des Elbtals in Dresden gebaut werden?
Hierbei muss das Gesamtverkehrsnetz betrachtet werden.
An dieser Stelle ist eine Brücke über die Elbe am
sinnvollsten, weil sich nur dort ein effektiver
Lückenschluss im Verkehrsnetz herstellen lässt (Verbindung
Fetscherstraße – Bautzner Straße/ Stauffenbergallee). An
anderen Stellen östlich des Stadtzentrums kann keine
vergleichbar effektive Elbquerung in das vorhandene
Verkehrsnetz integriert werden. Deshalb muss die Brücke an
dieser Stelle errichtet werden.
Über Architektur wird ja immer gestritten. Wer hat
denn die Waldschlösschenbrücke entworfen und gestaltet?
Die Gestaltung eines solchen Bauwerkes ist auch immer
eine Geschmackssache. Renommierte Fachleute und Architekten
haben sich für diesen Entwurf entschieden.
Um höchste baubare Qualität hinsichtlich Gestaltung und
Konstruktion zu erlangen wurde 1997 ein internationaler
Realisierungswettbewerb durchgeführt. Schon in der
Auslobung für den Wettbewerb gab die Stadt die
städtebaulichen Zielvorstellungen für die Höheneinordnung,
die Gestaltung der Brücke und die sensible Einbindung am
rechtselbischen Brückenkopf vor. Aus diesem internationalen
Gestaltungswettbewerb ging der Entwurf als Sieger hervor.
Die Arbeit des ersten Preisträgers wurde vor allem deshalb
für die Realisierung empfohlen, weil es den Verfassern
gelungen war, ein einheitlich gestaltetes Brückenbauwerk
über die gesamte Elbaue zu entwickeln und dennoch den
Bereich der eigentlichen Elbquerung mit einem flachen Boden
elegant zu akzentuieren. Durch die gewählte schlanke, in
der Brückenmitte aufgelöste und damit lichtdurchlässige
Konstruktion werden die Elbufer wenig verstellt, so dass
die vorhandenen Sichtbezüge erhalten bleiben. Diesem
Anspruch trägt ebenso die geringe Bauhöhe des Überbaus
Rechnung.
Über das Ergebnis des Wettbewerbes hat der Stadtrat
entschieden.
Wer war denn beim Bürgerentscheid zur Autobahn A17
gegen den Bau?
Bündnis 90/ Die Grünen, die PDS, Bürgerinitiativen und
die SPD – heute fahren sie alle galant auf der freigegebene
Strecke!
Sind die Argumente der Gegner der Autobahn A17
eingetreten?
Nein.
Kommt es am 27.2. beim Bürgerentscheid auf meine
Stimme an?
Ja, denn es werden insgesamt 100.000 Ja-Stimmen für den
Erfolg des Bürgerentscheids benötigt. Die Gegner sind gut
organisiert und werden zahlreich abstimmen. Deshalb kommt
es zum Erreichen der Mehrheit auf jede Stimme an!
Wie läuft der Bürgerentscheid ab?
Ganz genau wie bei der Kommunalwahl, auch das Wahllokal
ist das gleiche. Die Frage wird lauten: „Sind Sie für den
Bau der Waldschlößchenbrücke -einschließlich des
Verkehrszuges entsprechend der abgebildeten Darstellung- ?“
Gibt es die Möglichkeit der Briefwahl?
Ja.
Wenn der Bürgerentscheid gewonnen wird, geht es dann
los?
Es gibt einen gültigen Planfeststellungsbeschluss, einen
gültigen Stadtratsbeschluss und einen erfolgreichen
Bürgerentscheid.
Dann geht es los!!
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